Der britische Immobilienmarkt befindet sich seit Beginn der Pandemie in einer sehr turbulenten Situation. In diesem Blog geben wir Ihnen die neuesten Informationen darüber, wie sich der britische Immobilienmarkt im ersten Quartal 2022 insgesamt entwickelt hat und wie sich einige Regionen im Vergleich zu anderen.
Hohe Nachfrage sorgt für hohe Preise
Das Preiswachstum auf dem Immobilienmarkt scheint nicht nachzulassen, sondern viel mehr noch weiter anzuziehen. Aus diesem Grund sehen wir dieses Jahr extreme Wachstumsraten, die die des letzten Jahres um beinahe das doppelte übertreffen.
In den ersten beiden Monaten dieses Jahres sind die durchschnittlichen Immobilienpreise in Grossbritannien bereits um 8,1% gestiegen. Bereits im letzten Jahr wurde in Aussicht gestellt, dass die steigenden Lebenshaltungskosten ein Dämpfer für das starke Wachstum sein könnten, doch dies scheint sich bisher noch nicht bewahrheitet zu haben. Ganz im Gegenteil.
Die Nachfrage nach Immobilien ist derzeitig 65% höher als im Durchschnitt. Dies ist allein bereits ein extremer Schock für den Immobilienmarkt, doch dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass das Angebot an Immobilien um 42% geringer als im Durchschnitt ist. Sehr viele Briten haben sich den Traum eines Eigenheims verwirklicht, doch leider bedeutet dies für die Nachzügler, dass es sehr schwer ist an geeignete Objekte zu kommen. Zwar wurden bisher 5% mehr Wohnraum geschaffen, als im Durchschnitt der letzten Jahre, doch es ist offensichtlich, dass dies nicht ausreichen wird, um die Lage zu entschärfen.
Erschwingliche Regionen legen rasant zu
Das Wachstum ist in allen Regionen Grossbritanniens zu spüren. Zwar findet man eher ein moderates Wachstum im Raum London mit 3,2% vor, aber dafür steigen die Preise in anderen Regionen um historische Grössen. Wales konnte zum Beispiel eine Preissteigerung von 11,8% im Vergleich verbuchen. Ebenso erhöhten sich die Preise für Immobilien im Norden Englands stark. Die besten Beispiele dafür sind Liverpool mit einem Preisanstieg von 10,3% und Manchester mit 9,2%.
Dieser enorme Preisanstieg scheint ein Aufholungseffekt zu sein, da dieses Wachstum am stärksten in den Regionen zu spüren ist, in denen Immobilien im Vergleich zum Einkommen relativ erschwinglich geblieben sind. Zum Beispiel kostet eine Immobilie im Norden Englands im Durchschnitt das 5,1-fache des jährlichen Einkommens. In Wales liegt dieser Wert in etwa bei dem 6-fachen des jährlichen Einkommens. In London ist dieser Wert beinahe doppelt so hoch, wodurch sich das im Vergleich geringe Wachstum erklären lassen könnte.
Ausblick auf das restliche Jahr
Die Auswirkungen der derzeitigen Krisen sind auf der ganzen Welt zu spüren. Die Pandemie führte dazu, dass enorme Mengen an Geld gedruckt wurden, um die notwendigen Wirtschaftshilfen leisten zu können. Bis vor kurzem hat man sich gefragt, wo die angeblich unausweichlich daraus resultierende Inflation ist. Nun ist sie allerdings allzu stark zu spüren.
Die Preise für alle möglichen Güter steigen in den Himmel, was sicherlich auch eine Auswirkung auf den Immobilienmarkt haben wird. Diejenigen, die bereits eine Immobilie besitzen werden davon sicherlich profitieren. Diese Personen werden von einer Menge der Konsequenzen, wie zum Beispiel den steigenden Mieten, verschont bleiben und ihre verlorene Kaufkraft durch kluge Investitionen der Vergangenheit wieder wettmachen können.





