Immobilien sind das älteste Investment der Welt. Aus diesem Grund gibt es eine Menge, dass man aus der Vergangenheit des Immobilienmarktes lernen kann.
In diesem Artikel soll es um die letzten 30 Jahre des Immobilienmarktes gehen. Dazu vergleichen wir die treiben Faktoren und die Preise auf dem Immobilienmarkt in Grossbritannien und der Schweiz in den Jahren 1990- 2022.
Wie entwickelten sich die Immobilienpreise im Vergleich?
Der britische Immobilienmarkt begann die 90er Jahre direkt mit einer Rezession, sodass die Immobilienpreise von 1990 bis 1993 um mehr als 10% sanken. 1993 kostete somit das durchschnittliche Haus in Grossbritannien £51.210.
Die Preise auf dem britischen Immobilienmarkt erholten sich erst wieder 1996, als die Zinsen auf ein historisches Tief von 5,5% sanken. Dies war die Möglichkeit für viele Menschen, die sich vorher kein Eigenheim leisten konnten, sich ihren Traum zu erfüllen.
Dies führte zu einem enormen Preisanstieg, sodass das durchschnittliche Haus in Grossbritannien zu Anfang der 2000er die £100.000 geknackt hatte. Daraufhin folge das Jahr 2006, welches einen durchschnittlichen Preisanstieg von 14% sah und viele Personen aus dem Immobilienmarkt verdrängte. Die Anzahl an Mietern im Vergleich zu Eigentümer stieg in diesem Jahr drastisch an.
2008 folge daraufhin die Immobilienblase, die wir in einem separaten Artikel im Detail behandeln werden. Innerhalb eines Jahres sanken die Immobilienpreise im Durschnitt um 15%, sodass das durchschnittliche Haus £168.973 kostete.
Die nächsten Jahre waren durch Interventionen der Regierung geprägt, die den Immobilienmarkt stabilisieren sollten, sodass er sich im Jahr 2012 wieder erholt hatte. Daraufhin gab es bis zur Coronakrise keine außergewöhnlichen Preisschwankungen auf dem britischen Immobilienmarkt. Die Coronakrise führte erneut zu historisch stark ansteigenden Preisen.
Der Schweizer Immobilienmarkt unterlag weniger Schwankungen und war in den letzten 30 Jahren und ist nach einem starken Crash durch enorme Stabilität geprägt. Die Jahre zwischen 1990 und 2000 waren auch auf dem Schweizer Immobilienmarkt holprig und führten zu einem Wertverlust der Immobilien zwischen 30% und 40%. Schweizer Banken mussten in diesen Jahren etwa 42 Milliarden Franken abschreiben.
Die Jahre zwischen 2000 und 2020 zeichnen sich durch bewundernswerte Stabilität und durch ein stetiges Wachstum aus. Selbst die Immobilienblase 2008 hatte kaum spürbare Auswirkungen auf den Schweizer Immobilienmarkt. Lediglich Corona führte zu einem starken Preisanstieg, der sich allerdings schon wieder beginnt zu korrigieren.
Was waren die treibenden Faktoren?
Es gibt viele treibende Faktoren, die zu Schwankungen auf dem Immobilienmarkt geführt haben. In beiden Ländern sind die Inflation, sowie die immer steigende Nachfrage nach Eigenheimen die stärksten Faktoren. Der Einfluss der Inflation kann etwas schwieriger zu verstehen sein, weshalb wir dies in einem separaten Artikel bereits detailliert erklärt haben.
Nicht zu unterschätzen ist allerdings der Einfluss der Regierung, der sich besonders in Grossbritannien in den Jahren nach der Finanzkrise bemerkbar gemacht hat. Zum Beispiel wurden bestimmte Immobilienkredite ab 2012 vom britischen Staat garantiert, wodurch es deutlich leichter war ein Eigenheim zu kaufen. Die Schweizer Regierung griff nicht so stark in den Immobilienmarkt ein, da die Auswirkungen der Finanzkrise auf den Schweizer Immobilienmarkt sehr gering waren.





