Seit Beginn der Coronapandemie sah der britische Immobilienmarkt immer weiter steigende Preise. Bisher war kein Ende ich Sicht, doch die jüngsten Ereignisse scheinen diesem Trend einen Dämpfer zu geben.
In diesem Marktbericht werden wir Ihnen die aktuellen Veränderungen am Immobilienmarkt schildern und zeigen, ob das Preiswachstum nun wirklich abflachen wird oder ob es gar zu fallenden Preisen kommen wird.
Werden die Immobilienpreise weiter steigen?
Die Nachfrage nach Immobilien ist nach wie vor hoch. Es gibt einige Faktoren, die die Nachfrage nach Mietimmobilien besonders in Stadtzentren steigern.
Gründe dafür sind zum Beispiel die Rückkehr der Arbeitskräfte in die Büros. Das Home Office erlaubte es vielen Arbeitnehmern weiter entfernt von den Stadtzentren zu leben, aber nun müssen die meisten dieser Personen wieder tagtäglich ins Büro. Viele wollen die langen Wege aus der Peripherie der Stadt nicht auf sich nehmen und suchen nach Wohnraum näher an Ihren Arbeitsplätzen.
Ebenso kehrte die internationale Nachfrage zurück. Besonders in London wird Wohnraum vermehrt von ausländischen Menschen nachgefragt, die in London arbeiten, studieren oder einfach Leben möchten.
Dies führte zu einem durchschnittlichen Anstieg der Mieten in Grossbritannien von 11%. Die Mieten in London steigen sogar um beinahe 16%. Das erhöhte Wachstum in London kann auf die beiden vorher genannten Faktoren zurückgeführt werden. Die Immobilienpreise stiegen proportional mit den Mieten zusammen an.
Allerdings gerät das Wachstum langsam an ein Limit. Immer weiter steigende Mieten bedeuten auch, dass Wohnen immer teurer in Grossbritannien wird. Inzwischen gibt ein britischer Single im Durschnitt 37% seines Gehaltes für sein Zuhause aus. Zusammen mit der steigenden Inflation und den allgemeinem Lebenskosten könnten bald viele Mieter verdrängt werden, wodurch natürlich auch die Einnahmen für den Vermieter wegfallen würden.
Zuletzt darf man natürlich nicht die steigenden Zinssätze vergessen. Die Ultra-Niedrig-Zinsen, die Investoren geniessen durften, waren historisch gesehen eine ungewöhnliche Phase. Die Bank of England hat bereits den Leitzins auf 1% erhöht und vermutlich wird dies nicht das Ende sein.
Wird der Staat stärker in den Markt eingreifen?
Die eskalierenden Preise führten zu vielen Stimmen, die vermehrt für einen stärkeren Eingriff in den Markt durch die Regierung sind. Besonders bemängelt wird der Fakt, dass es in allen Gebieten Grossbritanniens viel leerstehenden Wohnraum gibt, aber die einzig vorgeschlagene Lösung für die eskalierenden Preise weiterhin eine Erhöhung des Angebots ist. Dies sei ein Anzeichen für einen ineffizienten Markt, was einen Eingriff des Staats erfordern würde.
Vorgeschlagene Massnahmen sind zum Beispiel eine Reform der «Stamp Duty». Durch die steigenden Preise befinden sich etwa 4,3 Millionen Immobilien nun über der Grenze von 125.000 Pfund, wodurch die Stamp Duty in Höhe von 2%-12% des Kaufpreises gezahlt werden muss. Andere schlagen vor das Recht zum Kauf für sozialen Wohnraum zu erweitern.
Zusammenfassung
Es gibt ökonomische und soziale Faktoren, die den britischen Immobilienmarkt bedrängen. Steigende Kaufnebenkosten und eine real sinkende Kaufkraft führen dazu, dass die Nachfrage nach Immobilien vermutlich sinken wird.
Das Resultat aus diesen Faktoren ist ungewiss. Einige erwarten ein geringeres Wachstum und andere rechnen bereits mit fallenden Preisen.





